Infos für Ärzte und Mitbehandler

Einige allgemeine Gedanken / Behandlungsprinzipien unserer Praxis

Im pflegerischen, therapeutischen wie im ärztlichen Bereich unterliegen wir therapeutischen Berufe einer ähnlich z. T. sinnhaften, z.T. eher behindernden Verwaltungs- und Durchführungsbürokratie, die seit einigen Jahren als Kollateralschaden auf zunehmende Regression und Polarisierung unter den Behandlergruppen setzt. War bis in die 1990er Jahre ein vertrauensvoller Umgang zwischen (verordnendem) Arzt und (behandelndem) Logopäden eher selbstvertändlich, so sehen sich beide Behandlergruppen heute oftmals als konkurrierende und gegenseitig abgrenzende Institutionen.

Die großartige gemeinsame Arbeit, nämlich die multidisziplinäre Heilung des Patienten, gerät angesichts Regressforderungen, "Verdichtung der Therapielandschaft", unkontrollierten Auswüchsen auf Seiten der Therapeuten (wie z. B. die Behandlung in Kindergärten und Schulen) und der Kostendruck im ambulanten und stationären Bereich bei stetig steigenden Behandlungszahlen und -kosten unter Druck.

 

Ein Ende der alltäglichen Widrigkeiten durch das Herauslösen der eigentlichen Arbeit aus den Bürokratismen erscheint jedoch nicht in Sicht. Unsere Praxis versucht täglich den Spagat zwischen selbst- und fremdbestimmtem Arbeiten zu leisten. Hierbei unterstützen uns viele Behandler, denen wir ausdrücklich danken und denen wir uns vertrauensvoll verpflichtet fühlen.

 

Wir bemühen uns sowohl um die strikte Einhaltung der Heilmittelrichtline, aber auch um die Aufrechterhaltung eines solidarischen Miteinanders in der Behandlerlandschaft des Ruhrgebietes und darüber hinaus, sei es innerhalb der Kollegenschaft, der Fachberufsgruppen oder insbesondere der zuweisenden Ärzteschaft, ob aus Klinik oder Niederlassung. Wir begreifen uns als Baustein innerhalb einer hierarchisch abfolgenden Behandlungskette, an deren Anfang und Ende der Therapieerfolg des Patientens steht. Unseren Beitrag innerhalb dieser Zusammenarbeit wollen wir so gut und wertvoll wie möglich leisten.

 

Die Therapieforschung steckt in unserem Beruf leider noch in den Kinderschuhen. Daher bemühen wir uns um fortlaufende Fortbildungen in evidenzbasierten Therapieverfahren, sofern diese bereits als Diagnostik- bzw. Therapieschiene existent. Hierbei werden wir werden u.a. von unseren Kooperationspartnern, der LLA der RWTH Aachen und der HSG in Bochum durch Grundlagen- und Therapieforschungsprogramme maßgeblich unterstützt bzw. nehmen selbst an solchen teil.

 

Es ist für Sie als zuweisende Stelle selbstverständlich möglich -und auch ausdrücklich erwünscht- statt einer Diagnostik mit resultierender Behandlung lediglich das Diagnostikverfahren zu beauftragen und sich eine weitergehende Therapieentscheidung vorzubehalten. Wir bitten dann um entsprechenden Vermerk auf der Verordnung bzw. um kurzen Anruf.

Die Befunderhebung schließt eine logopädische Anamnese, Diagnose, Einzelbefunde, Interpretation und Therapievorschlag mit ein. Auf Wunsch kann auch ein ausführliches logopädisches Gutachten beauftragt werden. Herr Mohr war von 1994-1997 in gutachterlicher Tätigkeit für den sozialmedizinischen Dienst der Krankenversicherungen in Westfalen-Lippe tätig. Ein Mustergutachten kann bei Interesse jederzeit angefordert werden.

 

Wir senden Ihnen immer - auch unaufgefordert - Diagnostikergebnisse und Zwischen- bzw. Abschlussberichte zu. Auf Wunsch können Sie ebenfalls Einzelbefunde wie Pallatogramme, Stimmfeldmessungen, Ergebnisse aus Resonanzmessungen bzw. Zwischentestungen wie AAT- oder BISC-Ergebnisse u.ä. anfordern. Hierfür lassen wir uns - bei Zustimmung der Patienten - von der Schweigepflicht entbinden.

 

Um dem Wirtschaftlichkeitsgebot Folge zu leisten führen wir bei komplexen Störungsbildern Intervalltherapien durch. In den Therapiepausen sollen die Patienten die angeleiteten Inhalte generalisieren. In annähernd allen Fällen führen wir alle Therapien innerhalb der Regelbehandlungszeit zu Ende und behandeln innerhalb dem von der HMR vorgeschriebenen Regelfall. Bei in 2014 drei Patienten, in 2015 elf Patienten gelang uns dies nicht.

 

Es existieren eine Vielzahl an Diagnostik- und Therapieverfahren über die folgende Liste hinaus. Einige Verfahren sind nur in „Reinkultur“, andere in Ansätzen oder auch anteilig zur Anwendung sinnvoll. So sind einige Konzepte durch die zeitliche Regelung der Heilmittelrichtlinie nicht durchführbar, da die Deckelung auf z. B. 20 Therapieeinheit ein auf 28 Einheiten festgelegtes Konzept nich zulässt, Ein Konzept wie LSVT muss -laut Konzept der LSVT-Foundation- täglich durchgeführt werden, diese Taktung lässt jedoch die Heilmittelrichtlinie wiederum nicht zu. Hier gilt es im Einzelfall zu entscheiden wie man mit den gegebenen Ressourcen an Therapie und therapeutischen Mitteln zu einem ausgewogenen Ergebnis kommen kann.

 

Wir behandeln Ihre Patienten mit (exemplarisch) folgenden Diagnostik- und Therapieverfahren -nach Möglichkeit standardisiert:

 

Diagnostik:

Aachener Aphasietest AAT

Aachener Aphasie Bedside Test AABT

DRT 1-DRT 4

ERT 1 plus (Dyskalkulie)

BAKO 1-4

QUIL-D

AWST

AWST-R 3-5 und AWST 2

Frenchay - Dysarthriediagnostik

FEW

Ravensburger Lautbefund

Werscherberger Lautbefund (überarbeitete Fassung)

TROG-D zur Erfassung des Grammatikverständnisses

Aachener Dyslalie Diagnostik ADD

SETK 2, 3-5

Patholinguistische Diagnostik bei Sprachentwicklungsstörungen (J. Siegmüller, C. Kauschke) PDSS

Psycholinguistische Analyse kindlicher Sprachstörungen (nach Prof. B. Dodd) PLAKSS

DGN nach Sandrieser/ Schneider – KIDS/ Mini KIDS

Salzburger Lese- und Rechtschreibtest SLRT (-II)

Züricher Lesetest (ZLT von M. Linder, H. Grissemann)

Hamburger Schreibprobe (HSP von P. May, H. Arntzen)

Hamburger Leseprobe (von P. May, H. Arntzen) HLP

Bielefelder Screening zur Früherkennung von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten BISC

Marburger Sprachvertändnistest (C.E. Elben, A. Lohaus) MSVK

 

Therapieverfahren (Auszüge):

Facio orale tract therapie (Kay Coombes) F.O.T.T.

Mund-und Esstherapie nach R. Castillo-Morales: Orofaciale Regulationstherapie ORT

Therapiekonzept nach B. Zollinger

Lautassoziationsmethode nach Mc Ginnis

Propriozeptive neuromuskuläre Faszilitation PNF

PROMPT (Prompts for restructuring oral muscular phonetic targets)

TAKTKIN

LSVT "Lee Silverman Voice Treatment" (zertifiziert seit 2007, „loud“-teaching seit 2015)

Myofunktionelle Therapie (MFT) nach einem modifizierten und standardisierten Konzept (inkl. einheitsgenauer Prognose) innerhalb 13 TE mit Erfolgskontrolle und Langzeitkontrolle nach sechs Monaten

"Lexikon modellorientiert" LEMO

Auditive Stimulierung nach Schuell

Modalitätenaktivierung MODAK

Neurolinguistische Aphasietherapie NAT

Reduzierte Syntaxtherapie REST

Melodic Intonation Therapy MIT

Erlanger Programm zur Aphasietherapie (EPAT)

Unterstützte Kommunikation (PC-Programm, Kommunikationsbuch) (UK)

Teilfunktionsorientierte Therapie nach N. Lauer

Unterstützende Therapie mit dem Computerprogramm Audiolog1,2

Behandlungskonzepte nach N. Katz-Bernstein

Präventivtherapie nach Ann Irwin

Therapie nach dem Ansatz KIDS/ Mini-KIDS (Anlehnung an van Riper)

IMS (W. Ziegler)

PDSS Patholinguistische Diagnostik bei Sprachentwicklungsstörungen (Kauschke/ Siegmüller)

Psycholinguistische Phonologie Therapie nach Fox P.O.P.T.

Metaphon-Ansatz

Minimalpaartherapie

Phonologische Therapie nach I. Wagner

Handlungsorientierter Therapieansatz (Weigl) HOT

Kontextoptimierung nach Motsch

Entwicklungsproximaler Therapieansatz nach Dannenbauer

Propriozeptive Neuromuskuläre Faszilation PNF

Osteopathische Stimmbehandlung

 

und weitere Therapiekonzepte, Modelle und Verfahren. Diese Liste ist exemplarisch.

Wünschen Sie eine Behandlung nach einem Verfahren, welches Ihnen besonders am Herzen liegt, so bitten wir Sie um Ihre Rückmeldung.